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Individuelle Förderung am Lycée Professionnel Émile Zola PDF Drucken E-Mail
Von M. Clasen   

Im Rahmen des VETPRO-Projekts durfte ich in der Zeit vom 2. bis zum 16. März unsere Partnerschule in Aix-en-Provence etwas näher kennen lernen und vor Ort „ausspionieren“, wie Schule und individuelle Förderung in Frankreich funktioniert. Dabei wurde nicht nur der Unterricht in den Klassen unter die Lupe genommen, sondern auch das gesamte pädagogische Team, welches in Frankreich viel umfangreicher ist, als es bei uns der Fall ist.

Bevor man als Außenstehender überhaupt auf das Schulgelände kommt, merkt man, dass man dazu einen elektronischen Schlüssel benötigt. Schulen in Frankreich sind meist eingezäunt und wirken auf uns schon etwas befremdlich; auf dem großzügigen Schulgelände finden wir viel mehr Einrichtungen als in unseren Halbtagsschulen: Kantine, Cafeteria, Bibliothek, Aufenthaltsbereiche, Krankenstation u. v. m. Schnell wird klar, dass die Schule an sich einen breiteren Bereich im Leben der französischen Schülerinnen und Schüler ausmacht.

Das Lycée Professionnel ist dem Lycée général untergeordnet und die 14 Klassen sind in einem der Nebengebäude untergebracht, es weist jedoch eine autonome Struktur auf. Hier gibt es – wie an französischen Schulen üblich – Einrichtungen wie „Vie de lycée“, deren Mitarbeiter sich um Verspätungen und Abwesenheiten kümmern, aber auch die Schülerversammlungen unterstützen und eine erste Anlaufstelle bei Problemen sind.

Damit sind wir auch schon bei einem ersten Ansatz von individueller Förderung: Die dort teilzeitbeschäftigten Mitarbeiter sind Studentinnen und Studenten, die meist den Lehrberuf anstreben, somit können sie ihr Expertenwissen auch an die Schüler weitergeben. Viele Schüler nutzen diese Möglichkeit und wissen genau, wen sie um Hilfe fragen können. Ebenso ist die Schulleiterin des Lycée professionnels, Frau Comte, sehr offen und empfängt gerne ihre Schülerinnen und Schüler.

Das Lycée ist technisch gut ausgestattet, die Lehrer haben in jedem Klassenraum einen PC und Beamer zur Verfügung, welche sie gerne einsetzen. Durch das elektronische Klassenbuch und das eben beschriebene „Vie de Lycée“ wird der Dialog zwischen pädagogischem Team, Schülern und Eltern ermöglicht. Jeder hat unterschiedliche Zugangsrechte und kann so den Lernprozess zumindest überblicken.

Im Fachunterricht setzen die Lehrerinnen und Lehrer verschiedene Methoden ein, um den Schülerinnen und Schülern die Inhalte zu vermitteln, dabei sind sie angehalten, induktiv zu arbeiten. Viele Projekte, wie aktuell die Vorbereitung auf die Offene Tür des Lycées, werden von den Schülern selbst gestaltet, das Lehrpersonal nimmt dabei eine unterstützend beratende Rolle ein und lässt sie ihren Arbeitsprozess mithilfe von Dossiers und Checklisten individuell nachvollziehen. Die Schüler sind sehr angetan von dieser Arbeitsweise und nutzen die Möglichkeit, während der Freiarbeit die Lehrer gezielt zu fragen.

Nach Aussagen der Lehrerinnen und Lehrer nimmt die Anzahl der Sitzungen zu, in denen sie sich über den Leistungsstand der Lernenden austauschen. Sie entscheiden dann gemeinsam, wer in welches A. P. kommt.

A. P. steht für Accompagnement personnalisé, was so viel heißt wie „individuelle Begleitung“ und sind jahrgangsstufenübergreifende Kurse, die verschiedene Thematiken anbieten. Hier wird Allgemeinwissen vermittelt oder auch Fachwissen vertieft, das Angebot wird den Bedürfnissen angepasst. Somit nimmt die Schule ihre Aufgabe ernst, die Schülerinnen und Schüler umfangreich zu bilden. Für mich waren die Kurse zu Philosophie, Französisch und Buchhaltung sehr interessant, so wurde über Kunst im Vatikan im Zusammenhang mit der Papstwahl diskutiert. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer waren sehr neugierig und man merkte, dass viele erstmalig begriffen haben, was ein Papst eigentlich ist.

Auch für die Extrem-Fälle wird auch intern gesorgt, schulmüde Jugendliche werden auch innerhalb der Schule beraten und können auch mit einem Minimum – Französisch und Mathe – beschult werden, bis sie eine Ausbildung oder einen Arbeitsvertrag haben. Die Institution Schule ist auf nationaler Ebene angehalten, möglichst jeden zu einem weiteren Diplom zu führen.

Seit 2005 engagiert sich die Regelschule in Frankreich intensiv für behinderte Jugendliche, im Zeichen der „égalité“ werden sie so gut wie möglich integriert und betreut. Für die Schülerinnen und Schüler ist das Normalität geworden, einfach ein fester Bestandteil der Klassengemeinschaft.

Insgesamt bin ich sehr beeindruckt von dem Programm und der Arbeit an unserer Partnerschule, natürlich gibt es auch den ein oder anderen Haken, doch es geht ja schließlich darum, die positiven Eigenschaften zu nutzen und davon auf europäischer Ebene zu profitieren und dadurch etwas neuen Wind in den Schulalltag zu bringen.

Der Aufenthalt in Aix wurde hauptsächlich durch unsere Kollegin Frau Tassel gestaltet, die mich bei sich aufnahm und mich auch am französischen Leben hat teilnehmen lassen, wofür ich sehr dankbar bin.

 

Freitag, 20. Oktober 2017

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