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Crash Kurs NRW. Realität erfahren. Echt hart. PDF Drucken E-Mail
Von B. Hares   

Eine Familie- glücklich sein – Spaß haben – einen tollen Beruf bekommen. Das sind die Wünsche und Träume unserer rund 120 Schülerinnen und Schüler der Handelsschule, die am 14. Februar 2012 den Mehrzweckraum unserer Schule füllen. Auf gelben Post-it® Notes haben sie ihre Zukunftspläne zum Ausdruck gebracht und auf einen großen blauen Ballon geklebt. Ein Knall, und der Ballon ist zerplatzt. Von einer Sekunde auf die nächste liegen die Wünsche und Pläne auf dem Boden. Und genauso schnell kann das Leben vorbei sein. Ein Knall, und ein Unfall ist geschehen. Ein Leben ist beendet, ohne Vorwarnung und Abschied und das Leben vieler anderer wird im gleichen Augenblick zerstört, völlig auf den Kopf gestellt und nichts ist mehr so wie vorher.

Dies ist die Botschaft, die das Team um Herrn Kremer und Herrn Modespacher den jungen Erwachsenen sehr eindringlich und ungeschönt vermittelt. Auf Einladung der Schulleitung und des Bildungsgangs Handelsschule machte „Crash Kurs NRW – Realität erfahren. Echt hart.“ Station am Berufskolleg Rheydt-Mülfort für Wirtschaft und Verwaltung. Das Motto der derzeit bundesweit einzigartigen Kampagne, die die Polizei in Nordrhein-Westfalen durchführt, um die Anzahl von schweren Verkehrsunfällen, an denen "Junge Fahrer" zwischen 18 und 24 Jahren beteiligt sind, nachhaltig zu verringern, wurde in den folgenden 90 Minuten in die Tat umgesetzt und ließ niemanden kalt, egal wie cool sich der eine oder andere im Vorfeld gegeben hatte.

Ein kurzer Filmbeitrag zeigt Fotos von Verkehrsunfällen im Stadtgebiet Mönchengladbach, die „nicht weit weg passierten, sondern vor der Haustüre“. Fahrzeuge mit Totalschäden, Bilder von Unfallopfern, das Grauen eines Unfalls, der hätte vermieden werden können, wenn nicht Leichtsinn, Alkohol, Unerfahrenheit oder die Handynutzung den Fahrer bzw. die Fahrerin beeinflusst hätten.

Bilder sagen mehr als 1000 Worte. Dies ist sicherlich richtig, aber die Worte, die den Bildern folgen, beschönigen nichts. „Ich möchte Euch nicht kennenlernen!“, so der eindringliche Appel Herrn Dr. med. Hegermann, leitender Oberarzt in der Unfallchirurgie am Elisabeth-Krankenhaus und Notarzt, der sehr bewegend den Einsatz an verschiedenen Unfallorten schildert und die stumme Bitte der Angehörigen „Es wird doch alles wieder gut?“ schon viel zu oft verneinen musste.

Wie fühlt sich ein Einsatzleiter, der Todesnachrichten überbringen muss, der eine fröhliche Geburtstagsfeier mit den Worten beendet „Ihr Sohn ist tot.“? Wie kann ein Notfallseelsorger einem Unfallverursacher beistehen, dessen einzige Frage ist „Warum bin ich bloß besoffen gefahren?“ Die Frage nach dem „Warum?“ wird unbeantwortet bleiben, die Schuld indessen bleibt lebenslänglich, so die Botschaft.

Eindringlich und bisweilen verstörend schildern diejenigen, deren Beruf es auf die eine oder andere Weise ist, mit Unfallopfern und Unfallverursachern umzugehen, in ganz konkreten Beispielen ihre Arbeit.

Der emotionalste Beitrag steht den Schülerinnen und Schülern noch bevor. Als letzter Vortragender tritt Herr Berger nach vorne. Herr Berger ist Vater von zwei Töchtern, vor einem Jahr war er auch noch Vater eines 16-jährigen Sohnes, der mitten im Leben stand, den Ausbildungsvertrag schon in der Tasche hatte und das Jahr seines Lebens leben wollte. Dieses endete jäh, als er einen selbstverschuldeten Unfall mit seinem Motorroller nicht überlebt und von der einen auf die andere Sekunde seine Familie, seine Freunde und alle, die ihn kannten, alleine zurücklässt.

Im Raum ist es mucksmäuschenstill, während Herr Berger ohne Selbstmitleid die Vorgeschichte des Unfalls und den rekonstruierten Unfallhergang schildert: Alkohol, Handy, ein fehlender Helm und Übermut, so lautet sein Fazit, und … das Leben von rund 100 Menschen wird nie wieder so sein wie vorher.

Die Veranstaltung endete nach diesem Beitrag und hinterließ bewegte und nachdenkliche Gesichter.

 

Freitag, 20. Oktober 2017

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