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Groß- und Außenhandelskaufleute PDF Drucken E-Mail
Von S. Bröker   

Inhalt

1. Der Ausbildungsberuf
2. Schule
3. IHK-Prüfungen
4. Ansprechpartner

1 Der Ausbildungsberuf

1.1 Aufgabenbereich
Kaufleute im Groß- und Außenhandel kaufen Waren in über 100 Branchen und verkaufen sie an Handel, Handwerk und Industrie. Sie sorgen für kostengünstige Lagerhaltung und Transportlösungen. Ein wesentliches Ziel ihrer Arbeit ist es, die Ware termingerecht an den richtigen Ort zu liefern. Sie beraten die Kunden umfassend über die Eigenschaften der Waren und bieten zusätzlich Finanzierungs-, Service- und Marketingleistungen an. Kaufleute im Groß- und Außenhandel beobachten den Markt und geben ihre Informationen auch an die Produzenten weiter. Sie führen die vorgenannten Aufgaben selbständig aus. Der Beruf bietet die Möglichkeit, ein eigenes Unternehmen zu gründen.

 


1.2 Anforderungen
Zur Wahrnehmung der Aufgaben ist eine umfassende berufliche Handlungskompetenz erforderlich:

  • ein kaufmännisches und großhandelsspezifisches Grundwissen in allen Funktionsbereichen, verbunden mit Markt- und Warenkenntnissen
  • die selbstständige Planung, Durchführung und Kontrolle von Arbeitsabläufen
  • verantwortungsvolles, kostenbewusstes, qualitätsorientiertes und umweltbewusstes Handeln
  • Nutzung technischer, informationstechnologischer und organisatorischer Mittel und Medien, um Problemlösungen im Team herbeizuführen.

Deshalb liegt der Schwerpunkt der schulischen Ausbildung auf selbstständigem , analytischem und vernetztem Denken sowie der Fähigkeit, Probleme sachgerecht zu lösen und Verantwortungsbewusstsein zu zeigen.


1.3 Ausbildungsdauer
Die Ausbildungsdauer beträgt 3 Jahre. Sie kann jedoch auf 2 oder 2 1/2 Jahre verkürzt werden. Dies geschieht entweder schon bei Vertragsschluss oder wenn bei zunächst 3-jähriger Ausbildungsdauer der Betrieb und die Schule der Verkürzung zustimmen. Die Zustimmung der Schule kann ab einem Notendurchschnitt von 2,49 in den für die Ausbildung wesentlichen Fächern erfolgen. Grundlage ist das letzte Berufsschulzeugnis vor der vorzeitigen Prüf.
Download der Formulare für die Verkürzung der Ausbildungsdauer



1.4 Berichtsheftführung (Infos der IHK Mönchengladbach)

Muss ich das Berichtsheft führen?
Ja, das Führen des Berichtsheftes ist Voraussetzung für die Zulassung zur Abschlussprüfung.
Muss ich mein Berichtsheft bei der IHK abgeben?
Das Berichtsheft ist grundsätzlich zum Fallbezogenen Fachgespräch (mündliche Abschlussprüfung) mitzubringen (Stand August 2017).
Wo kann ich ein Berichtsheft kaufen?
Berichtshefte können im gut sortierten Schreibwarenhandel erworben werden. 
Sind Wochenberichte notwendig?
Ein wöchentlicher Bericht ist nicht notwendig (auch wenn dies in einigen im Schreibwarenhandel zu erwerbenden Berichtsheften vorgegeben ist).
Über welchen Zeitraum darf sich ein Einzelbericht erstrecken?
Allerdings darf der Berichtszeitraum für den Einzelbericht eine Ausbildungszeit von 4 - 6 Wochen nicht überschreiten.
Müssen Berichte von den Abteilungsleitern unterschrieben werden?
Ja. Bei kleineren Betrieben werden sie von der Geschäftsführung unterschrieben.
Im Vordruck der IHK gibt es ein Feld für die Unterschrift des Betriebsrates...
Der Betriebsrat muss nicht unterschreiben. Der Sichtvermerk durch den Betriebsrat ist so zu verstehen, dass dem Betriebsrat das Recht auf jederzeitige Einsichtnahme in den Ausbildungsnachweis zusteht.
Muss auch der Schulstoff in den Berichten erfasst werden?
Die Unterrichtsinhalte der Berufsschule sind ebenfalls bei der Berichtsheftführung zu berücksichtigen.

2 Schule

2.1 Stundentafel 1)

 


Fächer

Wochenstunden

1. Jahr

2. Jahr

3. Jahr

Berufsbezogener Lernbereich

Großhandelsprozesse (GHP)2)

4

2

2

Wirtschafts- und Sozialprozesse (WISO)

2

3

2

Kaufmännische Steuerung und Kontrolle (KSK)

2

2

4

Datenverarbeitung (DV)3)

2

0

0

Fremdsprachliche Kommunikation

0

1

1

Berufsübergreifender Lernbereich

Deutsch/Kommunikation3)

0

1

0

Politik3)

0

1

0

Religion/Gesellschaftslehre3)

1

0

0

Sport/Gesundheitsförderung3)

1

0

0

1) Wir behalten uns Änderungen aus personellen und organisatorischen Gründen vor. 
2) Großhandelsbetriebslehre wird bei der Berechnung der Durchschnittsnote auf dem Abschlusszeugnis doppelt gewichtet. 
3) Die zuletzt erteilte Zeugnisnote in diesem vorzeitig abgeschlossenen Fach erscheint auf dem Abschlusszeugnis.


2.2 Unterrichtsorganisation
Die Klassen der Unter- und Mittelstufe haben je 2 Berufsschultage, die Oberstufe wird an einem oder zwei Berufsschultagen unterrichtet. Der Unterricht kann sowohl vor- als auch nachmittags stattfinden.

2.3 Vorgehensweise im Krankheitsfall
Im Krankheitsfall rufen Sie vor dem Unterrichtsbeginn im Sekretariat an (02166 - 917920). Wenn Sie wieder am Unterricht teilnehmen, geben Sie eine von Ihrem Ausbilder unterschriebene und gestempelte Kopie Ihrer ärztlichen Krankmeldung bei Ihrem Klassenlehrer ab.

2.4 Berufsschulzeugnis
Die Berufsschüler/innen erhalten in der Unter- und Mittelstufe je ein Jahreszeugnis. In der Oberstufe erhalten Sie ein Halbjahreszeugnis und ein Abschlusszeugnis. Das Abschlusszeugnis enthält einen Notendurchschnitt, bei dessen Berechnung das Kernfach Großhandelsprozesse doppelt gewichtet wird.
Sollte die Schülerin / der Schüler zwei oder mehr Fächer mit der Note "mangelhaft" oder ein Fach mit der Note "ungenügend" abgeschlossen haben, erhält er lediglich ein Abgangszeugnis.

3 IHK-Prüfungen

3.1 Die Zwischenprüfung Inhalte und Ablauf


Prüfungsgebiete bzw. Funktionen laut Ausbildungsordnung

Arbeitsorganisation: Informations- und Kommunikationssysteme, Datenschutz und Datensicherheit

Warenwirtschaft: Grundlagen, Warendistribution, Warenkenntnisse, Marketing

Wirtschafts- und Sozialkunde: Stellung, Rechtsform und Struktur, Organisations- und Entscheidungsstrukturen, Berufsbildung, Kompetenzen der Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen, Personalwirtschaft, Sicherheit und Gesundheitsschutz bei der Arbeit, Umweltschutz, berufsbezogenes Rechnen

Geprüft werden dabei sowohl auch die im Ausbildungsbetrieb vermittelten Fertigkeiten und Kenntnisse als auch der Berufsschulstoff.
Es ist ein Prüfungsbogen in programmierter Form zu beantworten. Die Prüfungszeit beträgt 120 Minuten.
Zeitpunkt und Bestehen der Zwischenprüfung
Die Zwischenprüfung findet im Frühjahr oder im Herbst statt und wird bei einer 2 ½- oder 3-jährigen Ausbildung in der Mittelstufe, bei einer 2-jährigen Ausbildung in der Unterstufe abgelegt. Sie muss auch bei mangelhafter Leistung nicht wiederholt werden. Sie dient lediglich der Information des Prüflings und des Ausbildungsbetriebes über den derzeitigen Leistungsstandes.

3.2 Die Abschlussprüfung Inhalte und Ablauf
1. Großhandelsprozesse

  • 180 Minuten
  • in konventioneller Form, d.h., der Prüfling muss seine Antworten frei formulieren
  • besteht aus Situationsaufgaben, Fachfragen und einem Brief oder einer E-Mail

2. Kaufmännische Steuerung und Kontrolle

  • 90 Minuten
  • in programmierter Form

3. Wirtschafts- und Sozialkunde ( WiSo )

  • 60 Minuten
  • in programmierter Form


Voraussetzungen für das Bestehen der Abschlussprüfung
Die Abschlussprüfung ist bestanden, wenn 
a) in mindestens drei der vier Prüfungsbereiche mindestens ausreichende Prüfungsleistungen (50 Punkte) erreicht wurden 
und 
b) die Prüfungsleistungen in keinem Prüfungsbereich mit "ungenügend" bewertet wurden 
und 
c) die Addition der Punkte in den vier Prüfungsfächern einen Durchschnitt von mindestens 50 Punkten ergibt.
Eine weitere Voraussetzung ist die rechtzeitige Abgabe des Berichtsheftes (s.o.)!
Ermittlung des Gesamtergebnisses der Prüfung

 

Punktzahl Großhandelsprozesse* 2

+

Punktzahl Kaufmännische Steuerung und Kontrolle

+

Punktzahl Wirtschafts- und Sozialkunde

=

Gesamtpunktzahl schriftliche Prüfungen (mindestens 200 : 4 = Durchschnitt 50) zur Zulassung zum Fallbezogenen Fachgespräch / zur mündlichen Prüfung.

 +

Punktzahl Fallbezogenes Fachgespräch * 21)

=

Gesamtpunktzahl

1) Die „Praktischen Übungen“ gelten als Sperrfach, d.h., es muss mindestens die Note „ausreichend“ erreicht werden.
Gesamtpunktzahl : 6 = Durchschnittspunktzahl (mind. 50 Punkte!)
Notenschlüssel


Punkte

Note

von

bis

100

92

sehr gut

91

81

gut

80

67

befriedigend

66

50

ausreichend

49

30

mangelhaft

29

0

ungenügend

Was ist, wenn...
...ich ein Prüfungsfach mit "mangelhaft" abgeschlossen habe? 
Wenn die anderen Fächer den Durchschnitt auf mind. 50 Punkte heben, ist die Prüfung dennoch bestanden
...ich zwei Prüfungsfächer mit "mangelhaft" abgeschlossen habe? 
Eine der beiden mangelhaften Leistungen muss durch eine mündliche Ergänzungsprüfung ausgeglichen werden. Die Ergänzungsprüfung wird vor oder nach der mündlichen Prüfung durchgeführt. Dabei setzt sich die Note wie folgt zusammen: (Schriftliche Punktzahl * 2 + Punktzahl der Ergänzungsprüfung ) : 3 = Gesamtergebnis des Faches, das mindestens "ausreichend" sein muss. Eine Ergänzungsprüfung ist nur möglich, wenn hierdurch die Prüfung bestanden werden kann. Das Ziel der Notenverbesserung reicht nicht. 
Wenn die anderen Fächer den Durchschnitt auf mind. 50 Punkte heben, ist die Prüfung dennoch bestanden
...ich drei Prüfungsfächer mit "mangelhaft" abgeschlossen habe? 
Die Prüfung ist nicht bestanden.
Wiederholung der Prüfung
Die Prüfung kann zweimal wiederholt werden, frühestens nach 6 Monaten. Der Prüfling hat Anspruch auf eine Verlängerung seines Ausbildungsverhältnisses bis zur nächstmöglichen Wiederholungsprüfung (max. 1 Jahr).
Wo wird die Prüfung abgelegt?
Die Großhandelskaufleute legen ihre Zwischen- und Abschlussprüfung vor der Industrie- und Handelskammer ab.

4 Ansprechpartner

Leiter des Bildungsgangs sind  Diese E-Mail Adresse ist gegen Spam Bots geschützt, Sie müssen Javascript aktivieren, damit Sie es sehen können  sowie  Diese E-Mail Adresse ist gegen Spam Bots geschützt, Sie müssen Javascript aktivieren, damit Sie es sehen können .
 

Samstag, 21. Oktober 2017

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